Supreme Cat Show in Birmingham am 20. November 2004 –
Impressionen von Michael und Bärbel Rösner,

BKH-Cattery „Vom Forsthaus Lalo“

Die Show fand in drei Hallen des NEC (National Exhibition Centre) Birmingham statt. Das NEC ist mit einer kostenlosen Schnellbahn direkt mit dem Airpot Birmingham verbunden. Unser Hotel, das Novotel Airport, lag direkt gegenüber dem Haupteingang des Flughafens, so dass wir unmittelbar mit dem NEC verbunden waren. Dort angekommen stand uns ein längerer Fußweg bevor, denn das NEC ist groß, sehr groß und man wandert durch Verbindungstunnel über Laufbänder – bis man im Eingangsbereich der Showhallen ankommt:
Ab 10.00 Uhr durften wir als Besucher in die Halle. Ab etwa 9.30 h flanierte geschäftig ein großer Strom Aussteller, „bewaffnet“ mit allem Möglichen an Kühltaschen, Deko und Co, an uns vorbei. Offenbar ist es so – wie wir auch in London damals erlebten – dass die Aussteller nach dem Einsetzen der Tiere in die Käfige morgens zunächst auch die Halle verlassen müssen und sich dann ab einer bestimmten Uhrzeit wieder einfinden.

Das Richten läuft völlig anders ab, als bei uns:
Die Käfige stehen Rücken an Rücken und haben Metallrückwände, so dass dazwischen kein Platz für Aussteller ist. Diese halten sich zumeist in den Ruhe- und Restaurationsbereichen der Halle auf, einige saßen später mit Campingstühlen vor den Käfigreihen, da dort sehr viel Platz für die Besucher war und man sich nicht drängeln mußte, trotz großen Besucherandranges.
Ein Steward geht zum Käfig, entnimmt die Katze und setzt sie in den vom Aussteller bereit gestellten und mit einer Nummer versehenen Transporter. Damit wird das Tier in den Richterbereich gebracht und in einen Käfig dort gesetzt. Alle Tiere, die gegeneinander in einer Klasse konkurrieren, werden auf diese Weise nebeneinander plaziert, wobei die Käfige wiederum durch feste Metallwände voneinander getrennt sind. Somit hat der Richter ständig alle gegeneinander antretenden Tiere im Auge, kann in Ruhe vergleichen. Das Einzeltier wird ihm dann jeweils vom Steward angereicht. Während des Richtens hat in diesem Bereich kein Aussteller etwas zu suchen (freu!). Nach dem Richten erhält direkt jedes Tier seine Kokarde mit Platz 1 - .... sowie den Richterbericht. Der Steward setzt es wieder in seinen Transporter, bringt es zu seinem Käfig und steckt Kokarde + Bericht an den Käfig.
Lediglich bei der späteren Bühnenprämierung präsentiert der jeweilige Aussteller sein Tier selbst.

Stewards entnehmen sehr ruhig und liebevoll die Katzen und bringen sie zum Richten.
Das Richten, in Ruhe, mit Muße, alle um den Punkt konkurrierende Tiere zusammen präsent und im Auge des Richters, ohne wartende Züchter mit Tieren auf dem Arm, ohne Bla-Bla-Bla......
Einer der zahlreichen
Ruhebereiche Aussteller/Besucher
Sekretariat mitten in der Halle
Zubehör in Hülle und Fülle
Wir schätzen, dass sich mehr als 800 Katzen auf dieser Show befanden und sehr sehr viele Besucher, die sich geduldig in Schlangen an den zahlreichen Zubehörständen anstellten, um allerhand für ihre Lieblinge daheim zu kaufen. Kaum jemand, der nicht mit Tüten ausgerüstet die Show verließ.

Die Käfigdekos waren prachtvoll und standen unter einem Motto.
Wer wollte, konnte sich offensichtlich an einem Wettbewerb um die schönste Deko beteiligen. Wir kamen sehr ins Staunen, als aus so manchem Käfig leise Musik ertönte.... Der Phantasie waren offenbar keine Grenzen gesetzt.

Nachteil: teilweise sah man sehr wenig von den Katzen selbst.

Unglaublich phantasievolle Dekorationen
Was ebenfalls außergewöhnlich war, war die Dekoration vieler Käfige mit allen Kokarden, die die Katze offenbar auf früheren Shows gewonnen hatte und das Aufstellen der Original-Ahnentafel auf dem Käfig sowie der Titelurkunden zur Info.
Katzen, Katzen, Katzen..........
Sogar Käfige, in denen Katzen „absent“ waren, waren vom Besitzer geschmückt und enthielten oft ein Foto der abwesenden Katze und einen kleinen Text, dass sie heuteverhindert sei und da und da wieder anwesend.

Unsere Eindrücke:

Die Abläufe des Richtens erschienen uns stressfreier als bei uns üblich, da die Tiere direkt von ihrem Käfig (entnommen durch sehr ruhige, freundliche Stewards, die sogar die Zeit fanden, sich von uns interviewen und ablichten zu lassen) in eigenen Transporter zum Richter gebracht werden, wo sie ebenfalls in einem abgetrennten Käfig auf ihr Richten warten, was zügig vorangeht, da die Stewards flott alle Tiere, die jeweils gegeneinander um den Punkt gingen, heranbrachten.

Trotz der großen Zahl an Menschen und Katzen empfanden wir die Gesamtatmosphäre als entspannt. Wenn wir englische Kollegen ansprachen, wurde uns total freundlich und stolz Auskunft gegeben.

Im Zubehörbereich sah man – leider, unserer Ansicht nach – sehr viele Ausstattungen zur Katzenhaltung im Zwinger, die dort teilweise komplett aufgebaut waren. Es wurden beheizte Katerhäuser, Welpenwurfkisten etc. für den Außenbereich angeboten. Die Menge der Angebot ließ uns darauf schließen, dass offenbar eine große Nachfrage herrscht, sprich: viele Katzen auch so in Katzenzwingern gehalten werden???......

Alles in allem ein eindrucksvolles Erlebnis, eine Show in dieser Größenordnung miterlebt zu haben. Wir möchten dies gerne in einiger Zeit bei einer ähnlichen Show in London wiederholen.